Sauerkraut gehört zu den ältesten Methoden, Gemüse haltbar zu machen. Schon vor über 2000 Jahren wurde Kohl mit Salz eingelegt, damit er auch im Winter zur Verfügung stand. In Mitteleuropa ist Sauerkraut seit dem Mittelalter fest in der Küche verankert, und auf langen Seereisen nahm Sauerkraut eine besondere Rolle ein: Der britische Seefahrer James Cook ließ im 18. Jahrhundert große Mengen davon an Bord bringen, weil es dank seines Vitamin C half, Skorbut vorzubeugen. Die Kombination aus Sauerkraut und Fleisch kennt man aus vielen Regionen, etwa aus dem polnischen Bigos oder dem Szegediner Gulasch. Unsere Sauerkraut-Hackfleisch-Pfanne ist eine schnelle, moderne Variante dieser Klassiker. Statt stundenlang zu schmoren, kommt hier alles in eine Pfanne, und nach gut 20 Minuten Kochzeit ist die Pfanne fertig.
Dass eine Pfanne schnell fertig ist, heißt nicht, dass sie wenig Nährstoffe liefert. Das Sauerkraut bringt Ballaststoffe, Vitamin C und Vitamin K mit und hat dabei kaum Kalorien. Neben dem Sauerkraut sorgt das Rinderhack für reichlich Eiweiß sowie Eisen, Zink und Vitamin B12. Tomatenmark steuert den Pflanzenstoff Lycopin bei, der durch das Anrösten sogar besser verfügbar wird. Pro Portion kommt die Sauerkraut-Pfanne auf rund 30 Gramm Eiweiß bei nur etwa 5 Gramm Kohlenhydraten. Damit ist die Pfanne ein ausgewogenes Gericht, das lange satt hält, ohne zu beschweren.
Für Kochanfänger ist die Pfanne mit Sauerkraut ein ideales Übungsrezept. Du brauchst nur wenige Zutaten, und die Arbeitsschritte bauen logisch aufeinander auf: Zwiebel schneiden, anbraten, Hackfleisch krümelig braten, Sauerkraut dazu, köcheln lassen. Dabei lernst Du ganz nebenbei Techniken, die Dir in vielen anderen Rezepten wieder begegnen. Beim Anbraten des Hackfleischs in der Pfanne entstehen durch die Maillard-Reaktion Röstaromen, die dem Gericht Tiefe geben. Das Tomatenmark röstest Du kurz in der Pfanne mit, damit es seine rohe Säure verliert und süßlicher schmeckt. Und beim Köcheln mit Brühe verbinden sich Sauerkraut und Hackfleisch in der Pfanne zu einer runden Einheit.
Auch Hobbyköche, die schon mehr Erfahrung haben, kommen mit dieser Sauerkraut-Pfanne auf ihre Kosten. Die Pfanne ist eine gute Grundlage zum Experimentieren mit Gewürzen, Säure und Cremigkeit, ob mit geräuchertem Paprika, einem Schuss Weißwein zum Sauerkraut oder etwas Apfel. Weil Sauerkraut ohnehin viel Geschmack mitbringt, verzeiht die Pfanne kleine Fehler und schmeckt trotzdem. Verkocht die Brühe in der Pfanne etwas zu schnell, gießt Du einfach einen Schluck nach, und ist das Sauerkraut zu sauer, gleicht ein Löffel mehr saure Sahne das schnell aus. So wächst mit jeder Pfanne Dein Gefühl dafür, wie Du ein Gericht abschmeckst.