Ravioli gehören zu den ältesten gefüllten Nudeln Italiens und haben eine erstaunlich lange Geschichte. Schon in Schriftquellen aus dem 14. Jahrhundert tauchen Ravioli auf, unter anderem in den Briefen des toskanischen Kaufmanns Francesco di Marco Datini und in frühen venezianischen Kochbüchern. Woher der Name genau stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine beliebte Erklärung führt die Ravioli auf das italienische Wort „riavvolgere“ zurück, also einwickeln, eine andere auf das ligurische „rabiole“, mit dem man kleine Dinge oder Reste bezeichnete. Beides passt gut zur Idee dahinter, denn Ravioli waren ursprünglich eine clevere Möglichkeit, Käse, Kräuter oder übrig gebliebenes Fleisch in Teig zu hüllen und daraus etwas Besonderes zu machen.
Die Füllung aus Ricotta und Spinat ist vor allem in Norditalien ein Klassiker, etwa in Ligurien und der Emilia Romagna. Dort serviert man Ravioli traditionell mit „burro e salvia“, also schlicht mit geschmolzener Butter und Salbei, damit die Füllung im Mittelpunkt bleibt. Das knusprige Paniermehl auf den Ravioli stammt dagegen aus dem Süden des Landes. In Kalabrien, Apulien oder Sizilien wird geröstetes Paniermehl, die sogenannte „pangrattato“, seit Generationen als „Parmesan der armen Leute“ über Pasta gestreut, weil Käse früher für viele Familien zu teuer war. Die Ravioli mit Zitronencrunch verbinden also zwei Ecken Italiens auf einem Teller, und genau das macht den Reiz dieser einfachen Ravioli aus.
Auch ernährungsphysiologisch haben diese Ravioli einiges zu bieten. Eine Portion liefert rund 34 g Eiweiß, das vor allem aus Ricotta und Parmesan stammt und Deine Muskeln sowie das Sättigungsgefühl unterstützt. Der Spinat ergänzt die Ravioli um Folsäure, Vitamin K, Magnesium und Eisen, während das Vitamin C der Zitrone hilft, das pflanzliche Eisen besser aufzunehmen. Dazu kommen Kohlenhydrate aus dem Teig der Ravioli als schnelle Energiequelle und rund 6 g Ballaststoffe. Natürlich sind Ravioli mit Butter und Käse ein vollwertiges, eher kräftiges Gericht, doch durch frische Zutaten und den Verzicht auf Fertigsaucen bleibt die Mahlzeit ehrlich und ausgewogen.
Für Kochanfänger und Hobbyköche sind diese Ravioli eine ideale Übung, weil Du gleich mehrere wichtige Grundtechniken kennenlernst. Du röstest Paniermehl in Öl und bekommst ein Gefühl dafür, wann Goldbraun in zu dunkel umschlägt. Du bräunst Butter für die Ravioli und lernst dabei, wie Röstaromen entstehen, wenn die Milcheiweiße langsam bräunen. Und Du übst das Timing, denn die Ravioli garen im Wasser, während in der Pfanne schon die Sauce entsteht. Da Du fertige Ravioli verwendest, kann beim Teig nichts schiefgehen, und Du kannst Dich ganz auf diese Handgriffe konzentrieren. So kochst Du in rund 20 Minuten Ravioli, die nach Restaurant schmecken, und nimmst nebenbei Wissen mit, das Dir bei vielen anderen Rezepten weiterhilft.