Menemen gehört zu den bekanntesten Frühstücksgerichten der Türkei und ist dort aus kaum einer Küche wegzudenken. Seinen Namen verdankt das Menemen der Überlieferung nach der gleichnamigen Kleinstadt Menemen in der Nähe von İzmir an der Ägäisküste. Im Kern ist Menemen ein Rührei, das nicht für sich allein in der Pfanne stockt, sondern in einer Mischung aus Tomaten, Paprika und oft auch Zwiebeln. Ob Zwiebeln hineingehören, ist in der Türkei übrigens eine echte Glaubensfrage, über die Familien und Freunde gern leidenschaftlich diskutieren. Der Simit wiederum ist das Brot der türkischen Straßenküche: Der Teigring wird vor dem Backen in Traubensirup getaucht und anschließend in Sesam gewälzt, wodurch er seine goldbraune Farbe und die feine Süße bekommt.
In diesem Rezept kommen beide Klassiker zusammen, denn das Menemen wird direkt in den Sesamring gefüllt und im Ofen gebacken. So entsteht ein Rührei, das in seiner knusprigen Hülle schön saftig bleibt, und ein Gericht, das Du ohne Besteck fast wie einen Snack genießen kannst. Mit rund 620 kcal, etwa 25 g Eiweiß und 6 g Ballaststoffen pro Portion ist das Menemen im Simit eine vollwertige Mahlzeit, die lange satt hält. Die Eier im Rührei liefern hochwertiges Protein sowie Vitamin B12, die geschmorten Tomaten Lycopin und das Gemüse zusätzlich Vitamin C und Ballaststoffe. Der Sesam steuert Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium bei, während der Sucuk vor allem für die Würze zuständig ist und deshalb bewusst sparsam dosiert wird.
Gerade für Kochanfänger ist dieses Rührei ein ideales Einstiegsrezept, weil es mit wenigen Zutaten auskommt und kaum etwas schiefgehen kann. Beim Menemen übst Du ganz nebenbei wichtige Grundtechniken, die Dir später bei vielen anderen Gerichten helfen: Zwiebeln fein würfeln, Gemüse bei mittlerer Hitze anschwitzen und eine Soße richtig abschmecken. Dazu lernst Du, warum eine Prise Zucker die Säure der Tomaten ausgleicht und weshalb die Masse vor dem Unterrühren der Eier abkühlen sollte. Wäre sie noch zu heiß, würde das Rührei sofort stocken und krümelig werden, statt im Ofen gleichmäßig und cremig zu garen.
Auch Hobbyköche kommen beim Menemen auf ihre Kosten, denn das Rezept lässt sich wunderbar weiterentwickeln. Du kannst mit der Schärfe im Rührei spielen, verschiedene Kräuter ausprobieren oder die Tomatenbasis mit Gewürzen wie Kreuzkümmel oder Paprikapulver verfeinern. Weil der Ofen beim Menemen den Großteil der Arbeit übernimmt, hast Du währenddessen Zeit, den Tisch zu decken oder einen Tee aufzusetzen, ganz wie beim türkischen Frühstück. So wird aus einem einfachen Rührei ein Gericht mit Geschichte, das schnell auf dem Teller landet, Dich gut versorgt und Dir obendrein Lust auf mehr türkische Küche macht.