Fried Rice gehört zu den bekanntesten Reisgerichten der Welt, und seine Wurzeln liegen in China. Schon vor weit über tausend Jahren wurde dort ein frühes Fried Rice zubereitet, indem man gekochten Reis vom Vortag mit Ei, Gemüse und etwas Fleisch in der Pfanne briet, um Reste sinnvoll zu verwerten. Besonders berühmt ist das Yangzhou Fried Rice aus der gleichnamigen Stadt in Ostchina, das bis heute als Klassiker unter den Varianten gilt. Mit chinesischen Auswanderern verbreitete sich Fried Rice später über ganz Asien und schließlich in die ganze Welt. So entstanden eigene Versionen wie das indonesische Nasi Goreng, das thailändische Khao Pad, das japanische Chahan oder das koreanische Kimchi Bokkeumbap, und jede Küche hat dem Fried Rice ihren eigenen Charakter gegeben.
Dass Fried Rice so verbreitet ist, hat auch mit seiner Nährstoffbilanz zu tun. Der Reis im Fried Rice liefert Kohlenhydrate als schnelle Energiequelle, während Ei und Erbsen für Eiweiß sorgen, das Dich länger satt hält. Karotten, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und Knoblauch bringen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe mit. Mit rund 420 kcal, knapp 12 g Eiweiß und gut 4 g Ballaststoffen pro Portion ist dieses Fried Rice eine ausgewogene Mahlzeit, die trotzdem in kurzer Zeit fertig ist. Interessant ist außerdem, dass abgekühlter Reis einen Teil resistente Stärke bildet, die ähnlich wie Ballaststoffe wirkt. Fried Rice aus Reis vom Vortag ist also nicht nur praktisch, sondern auch ernährungsphysiologisch eine gute Wahl.
Für Kochanfänger ist Fried Rice ein ideales Einstiegsgericht, weil Du dabei gleich mehrere wichtige Grundtechniken lernst. Beim Schneiden von Karotten, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln übst Du den sicheren Umgang mit dem Messer, beim Rührei lernst Du, die Hitze richtig zu dosieren, und beim Anbraten des Reises erlebst Du, wie bei hoher Temperatur Röstaromen entstehen. Fachlich spricht man hier von der Maillard Reaktion, bei der Eiweiße und Zucker unter Hitze zu neuen Aromastoffen reagieren. Genau diese Aromen machen den Unterschied zwischen einfachem Reis mit Gemüse und richtig gutem Fried Rice. Dabei verzeiht Fried Rice auch kleine Fehler, denn ob die Würfel etwas größer oder kleiner sind, spielt am Ende kaum eine Rolle.
Auch für Hobbyköche lohnt sich Fried Rice immer wieder, weil es eine perfekte Spielwiese zum Experimentieren ist. Du kannst mit Saucen, Gewürzen und Toppings herumprobieren, verschiedene Reissorten testen oder übrig gebliebenes Gemüse und Fleisch verwerten. Wer sein Fried Rice öfter kocht, merkt schnell, wie sehr Kleinigkeiten wie die Hitze der Pfanne oder der richtige Zeitpunkt für die Sojasauce das Ergebnis verändern. So wächst mit jedem Fried Rice das Gefühl für Geschmack und Technik. Fried Rice zeigt damit wunderbar, dass gutes Kochen nicht kompliziert sein muss, sondern vor allem Spaß machen darf.