Der Burger hat eine längere Geschichte, als viele denken, und sie beginnt ausgerechnet in Deutschland. Der Name Burger geht auf die Stadt Hamburg zurück, denn deutsche Auswanderer brachten im 19. Jahrhundert das sogenannte Hamburg Steak mit in die USA, ein gebratenes Stück Hackfleisch, das dort schnell beliebt wurde. Wer das Fleisch als Erster zwischen zwei Brötchenhälften gelegt und damit den Burger erfunden hat, ist bis heute umstritten, denn gleich mehrere Städte in den USA beanspruchen diese Ehre für sich. Fest steht, dass der Burger im 20. Jahrhundert die ganze Welt erobert hat und längst auch in Deutschland zu den beliebtesten Gerichten zählt. Mit dem Wiesn-Burger kehrt der Burger gewissermaßen in seine alte Heimat zurück und bekommt dabei einen ordentlichen bayrischen Anstrich.
Statt Hackfleisch kommt bei diesem Burger Leberkäse zwischen die Brötchen, und der hat seine ganz eigene Geschichte. Der Überlieferung nach brachte ein Metzger aus dem Gefolge von Kurfürst Karl Theodor das Rezept Ende des 18. Jahrhunderts aus der Pfalz mit nach München, wo sich der Leberkäs schnell zum Liebling der Stadt entwickelte. Trotz seines Namens darf echter bayrischer Leberkäse ganz ohne Leber auskommen, und Käse steckt auch keiner drin, denn der Name leitet sich vermutlich von „Laib“ und „Käs“ im Sinne einer kompakten Masse ab. Auch das Laugenbrötchen für den Burger ist fest in der süddeutschen Backtradition verankert: Vor dem Backen wird der Teig kurz in Natronlauge getaucht, die an der Oberfläche die Maillard-Reaktion beschleunigt und so für die typische braune, glänzende Kruste sorgt. Zusammen mit Krautsalat, Radieschen und süß-würzigem Senf wird aus dem amerikanischen Klassiker ein Burger, der die bayrische Brotzeitkultur in sich trägt.
Schaut man auf die Nährwerte, zeigt sich, dass der Burger ein richtig sättigendes Gericht ist. Mit rund 890 kcal und etwa 34 g Eiweiß pro Portion deckt ein Burger bereits mehr als die Hälfte des täglichen Eiweißbedarfs eines Erwachsenen, wofür vor allem Leberkäse und Emmentaler verantwortlich sind. Der Käse auf dem Burger liefert außerdem reichlich Calcium, das Fleisch steuert Vitamine der B-Gruppe bei, und das Gemüse im Burger punktet mit Vitamin C, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen wie den Anthocyanen der roten Zwiebeln. Gleichzeitig bringt der Burger mit knapp 60 g Fett pro Portion ordentlich Energie mit, weshalb er eher ein genussvolles Festessen als ein alltägliches Leichtgericht ist. Wer den Burger ausgewogener gestalten möchte, reicht einfach einen frischen Salat zum Burger oder spart etwas beim Käse.
Für Kochanfänger ist der Burger ein idealer Einstieg, weil Du weder rohes Hackfleisch verarbeiten noch einschätzen musst, ob ein Patty innen schon durch ist. Der Leberkäse ist bereits gegart, sodass Du Dich ganz auf eine schöne Kruste konzentrieren kannst, und nebenbei lernst Du mit diesem Burger wichtige Grundtechniken wie das langsame Schmoren von Zwiebeln, das Anrösten von Brot und das Arbeiten mit zwei Pfannen gleichzeitig. Hobbyköche finden in dem Burger dagegen eine tolle Spielwiese, denn vom selbst gemachten Krautsalat mit Kümmel und Speck bis zum hausgemachten Leberkäse aus Brät lässt sich jede Komponente weiter verfeinern. So wächst der Burger mit Deinen Fähigkeiten mit, und jeder neue Versuch schmeckt ein bisschen mehr nach Wiesn. Am Ende zeigt dieser Burger, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss, um am Tisch für leuchtende Augen zu sorgen.