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Der geheime Star der Holland-Küche

Wer an die Niederlande denkt, hat vielleicht zuerst Käse, Pommes oder Fahrräder im Kopf, dabei gehört Sate mindestens genauso fest zum Alltag unserer Nachbarn. Seine Wurzeln hat Sate in Indonesien, das lange Zeit eine niederländische Kolonie war und über diese gemeinsame Geschichte bis heute eng mit den Niederlanden verbunden ist. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens kamen viele Menschen mit indonesischen Wurzeln in die Niederlande und brachten ihre Küche mit, darunter natürlich auch Sate mit würziger Erdnusssauce. Daraus ist eine ganz eigene Esskultur entstanden, in der Sate für viele Holländer so selbstverständlich ist wie für uns die Currywurst an der Imbissbude.

Ob im indonesischen Restaurant, im chinesisch-indonesischen Lokal um die Ecke oder in der Snackbar am Bahnhof: Sate bekommst Du in den Niederlanden praktisch überall. Besonders beliebt ist Sate vom Hähnchen, das klassisch mit Reis serviert wird, gerne aber auch mit Pommes, über die dann großzügig Sate-Sauce gegossen wird. Auch bei der Rijsttafel, einer Reistafel mit vielen kleinen Gerichten, dürfen ein paar Sate-Spieße eigentlich nie fehlen. Die Sate-Sauce gibt es in holländischen Supermärkten sogar fertig im Glas zu kaufen, was ziemlich gut zeigt, wie tief dieses Gericht dort im Alltag angekommen ist.

Dass dieses Hähnchen-Sate mit Reis so unwiderstehlich schmeckt, liegt vor allem am Zusammenspiel der Aromen, denn die geröstete Erdnusssauce bringt Süße vom braunen Zucker, Salz von der Sojasauce, eine angenehme Schärfe vom Sambal Oelek und durch den Reisessig einen Hauch Säure mit, die alles ausbalanciert. Dazu kommen die Röstaromen der gebratenen Sate-Spieße und eine Marinade mit Ingwer, Knoblauch, Koriander und Kreuzkümmel, die dem Hähnchen richtig Tiefe gibt. Der Reis saugt die cremige Sate-Sauce auf, und spätestens beim letzten Bissen wirst Du verstehen, warum sich in Holland niemand über ein bisschen Erdnusssauce auf dem Hemd aufregt. Da Du alle Zutaten im ganz normalen Supermarkt findest, steht Deinem eigenen Sate-Abend zuhause nichts mehr im Weg.

Einfach selbst gekocht:

Das Schöne an selbst gemachtem Sate ist, dass Du genau weißt, was drin ist. Während fertige Sate-Sauce aus dem Glas häufig einiges an Zucker, Salz und Zusatzstoffen mitbringt, bestimmst Du bei Deinem eigenen Sate selbst, wie süß, salzig oder scharf die Erdnusssauce am Ende wird. Wer es feuriger mag, nimmt einfach etwas mehr Sambal Oelek, und wer Kinder mit am Tisch hat, lässt die Schärfe eben ein bisschen weg. Außerdem lässt sich die Sate-Sauce prima vorbereiten und hält sich gut verschlossen ein paar Tage im Kühlschrank, sodass Dein nächstes Sate noch schneller auf dem Teller landet.

Auch bei den Hauptzutaten kann sich Hähnchen-Sate mit Reis sehen lassen. Die Hähnchenbrust ist mager und liefert reichlich Eiweiß, mit rund 61 g Protein pro Portion ist dieses Sate also auch für alle spannend, die beim Essen auf ihre Eiweißzufuhr achten. Die Erdnüsse, die botanisch übrigens zu den Hülsenfrüchten gehören, bringen zusätzlich pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Magnesium und Vitamin E mit, und ihr Fett besteht zum Großteil aus ungesättigten Fettsäuren. Ingwer, Knoblauch und Gewürze wie Koriander und Kreuzkümmel sorgen dafür, dass Dein Sate richtig viel Geschmack bekommt, ohne dass Du es mit dem Salz übertreiben musst.

Der Reis liefert als Beilage die nötigen Kohlenhydrate und ist von Natur aus glutenfrei, und wenn Du statt normaler Sojasauce eine glutenfreie Tamari verwendest, wird Dein komplettes Sate glutenfrei. Da die Sate-Sauce mit Sojamilch statt mit Sahne oder Milch gekocht wird, ist das Gericht außerdem laktosefrei. Ganz ehrlich: Ein leichtes Diätessen ist Sate mit Erdnusssauce nicht, dafür macht es lange satt und ist eine vollwertige Hauptmahlzeit, nach der niemand noch heimlich an den Kühlschrank schleicht. Wer trotzdem ein paar Kalorien sparen möchte, nimmt einfach etwas weniger Sauce und legt knackiges Gemüse wie Gurke oder Paprika mit auf den Teller, das passt ohnehin wunderbar zu Sate.

Hähnchen-Sate mit Reis von oben fotografiert: drei gebratene Hähnchenspieße mit cremiger Erdnusssauce, lockerer weißer Reis und frischer Koriander auf einem beigen Teller

Rezept: Hähnchen-Sate mit Reis

Wer schon mal in Amsterdam war, kommt an Sate kaum vorbei, denn saftige Sate-Spieße mit cremiger Erdnusssauce gibt es in den Niederlanden an fast jeder Ecke, vom indonesischen Restaurant bis zur Snackbar. Ursprünglich kommt Sate aus Indonesien, durch die gemeinsame Geschichte beider Länder gehört Sate aber längst fest zur holländischen Küche. Mit diesem Rezept für Hähnchen-Sate mit Reis holst Du Dir echtes Sate ganz einfach nach Hause, ganz ohne Fahrt über die Grenze.

Gesamtzeit 45 Minuten
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 1 EL Bratöl
  • 125 g Erdnüsse
  • 25 g Ingwer
  • 0.5 TL Ingwer
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Koriander (gemahlen)
  • etwas frischer Koriander zum Garnieren
  • 0.5 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
  • 300 g Hähnchenbrust
  • 1 Prise Pfeffer
  • 150 g Reis
  • 1 EL Reisessig
  • 1 Prise Salz
  • 1 gestr. EL Sambal Oelek
  • 1 EL Sesamöl
  • 125 ml Sojamilch
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker (braun)
  • Reis nach Bedarf

Nährwerte

  • Kalorien: 943 kcal
  • Eiweiß: 61 g
  • Fett: 45 g
  • Kohlenhydrate: 72 g
  • davon Zucker: 7 g
  • Ballaststoffe: 8 g

Ablauf

Schritt 1:

Für klassisches Sate schneidest Du die Hähnchenbrust in etwa 2 cm dicke Scheiben und steckst sie auf Holzspieße. Für die Sate-Marinade schälst Du Knoblauch und frischen Ingwer und hackst beides fein, die Hälfte des Knoblauchs legst Du dabei für die Sauce zur Seite. Den Rest vermengst Du in einer Schüssel mit dem Ingwer, dem Sesamöl sowie jeweils der Hälfte von Reisessig, Sojasauce, Sambal Oelek, gemahlenem Koriander und Kreuzkümmel. Leg Deine Sate-Spieße hinein, wende sie gut in der Marinade und lass sie mindestens 30 Minuten ziehen, denn je länger das Hähnchen darin liegt, desto würziger wird Dein Sate später.

Schritt 2:

Während Dein Sate mariniert, kümmerst Du Dich um die Erdnusssauce. Röste die Erdnüsse ohne Fett in einem Topf bei großer Hitze etwa 5 Minuten an und rühre dabei regelmäßig um. Gib dann den restlichen Knoblauch, die Sojamilch, den gemahlenen Ingwer, die übrige Hälfte von Sojasauce, Reisessig, Sambal Oelek, Koriander und Kreuzkümmel sowie Pfeffer, Salz und braunen Zucker dazu und lass alles bei niedriger Hitze etwa 20 Minuten köcheln. Rühre ab und zu um, gib bei Bedarf einen Schluck Wasser dazu und püriere zum Schluss alles mit dem Pürierstab, bis eine glatte, cremige Sate-Sauce entsteht.

Schritt 3:

Während die Sate-Sauce köchelt, bereitest Du den Reis nach Packungsanweisung zu. Gegen Ende der Kochzeit der Sauce erhitzt Du das Bratöl in einer Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze, legst die Sate-Spieße nebeneinander hinein und brätst sie von jeder Seite 3 bis 4 Minuten. Dein Sate sollte am Ende goldbraun sein und innen nicht mehr rosa.

Schritt 4:

Verteile den Reis auf Tellern und leg Deine Sate-Spieße daneben. Gieß die Erdnusssauce großzügig darüber und garniere Dein Sate mit frisch gezupftem Koriander. Guten Appetit!

Variationen:

Sate lässt sich wunderbar abwandeln, je nachdem, was Du gerade im Kühlschrank hast oder worauf Du Lust hast. Statt Hähnchen kannst Du genauso gut Schweinefleisch nehmen, das in den Niederlanden als Sate Babi mindestens genauso beliebt ist, oder zartes Rindfleisch für eine etwas kräftigere Variante. Wer auf Fleisch verzichten möchte, greift zu Tofu oder Tempeh, und weil die Sate-Sauce ohnehin mit Sojamilch gekocht wird, ist Dein Sate dann sogar komplett vegan. Im Sommer machen sich die Sate-Spieße auch auf dem Grill richtig gut, dann solltest Du die Holzspieße vorher aber kurz wässern, damit sie nicht verkohlen.

Auch bei der Sate-Sauce darfst Du experimentieren: Mit Kokosmilch statt Sojamilch wird sie noch cremiger, und ein Schuss Ketjap Manis, die süße indonesische Sojasauce, sorgt für eine besonders authentische Note. Muss es mal schnell gehen, nimmst Du statt gerösteter Erdnüsse einfach stückige Erdnussbutter und sparst Dir damit das Rösten und Pürieren. Wer Sate so essen möchte wie in der holländischen Snackbar, serviert es mit Pommes statt Reis und streut noch ein paar Röstzwiebeln darüber. Ein paar Krupuk, also knusprige Krabbenchips aus dem Asia-Markt, machen Dein Sate dann endgültig zum kleinen Kurzurlaub in Holland.

Fazit:

Sate gehört zu den Gerichten, deren Geschichte fast so spannend ist wie ihr Geschmack. Ursprünglich stammt Sate aus Indonesien, genauer gesagt von der Insel Java, wo Straßenhändler die kleinen Fleischspieße über glühender Holzkohle grillten und direkt an Passanten verkauften. Viele Food-Historiker vermuten, dass Sate im 19. Jahrhundert entstanden ist, inspiriert von den Kebabspießen, die Händler aus Indien und dem arabischen Raum auf die Insel brachten. Spannend ist auch die Erdnuss, denn sie stammt eigentlich aus Südamerika und kam erst über portugiesische und spanische Seefahrer nach Südostasien, wo sie später zur Grundlage der typischen Sate-Sauce wurde. In einem einzigen Teller Sate steckt also ein ganzes Stück Weltgeschichte.

In die Niederlande kam Sate über die lange koloniale Verbindung zu Indonesien, das bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als Niederländisch-Indien unter niederländischer Herrschaft stand. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens zogen viele Familien mit indonesischen Wurzeln in die Niederlande, eröffneten Restaurants und kleine Lebensmittelläden und machten ihre Küche dort bekannt. Mit der Zeit ist Sate so fest im holländischen Alltag angekommen, dass es heute in Snackbars, auf Geburtstagsfeiern und beim Grillen ganz selbstverständlich dazugehört. Die Holländer haben Sate dabei ein Stück weit zu ihrem eigenen Gericht gemacht, etwa mit Sate-Sauce über Pommes oder als festen Bestandteil der Rijsttafel.

Neben seiner Geschichte überzeugt Hähnchen-Sate mit Reis auch mit seinen Nährwerten. Mit rund 61 g Eiweiß pro Portion ist dieses Sate eine richtig gute Proteinquelle, wofür vor allem die magere Hähnchenbrust und die Erdnüsse sorgen. Die Erdnüsse liefern außerdem Ballaststoffe, Magnesium, Vitamin E und überwiegend ungesättigte Fettsäuren, während der Reis mit seinen Kohlenhydraten für Energie sorgt, die lange vorhält. Mit rund 940 kcal pro Portion ist Sate eine vollwertige, sättigende Hauptmahlzeit und kein leichter Snack, dafür musst Du danach aber auch nicht mehr an den Kühlschrank. Und obwohl die Gesamtzeit bei knapp einer Stunde liegt, stehst Du nur einen Teil davon aktiv in der Küche, denn während die Sate-Sauce köchelt und das Hähnchen mariniert, hast Du die Hände frei.

Für Kochanfänger ist Sate ein ideales Übungsrezept, weil Du dabei gleich mehrere Grundtechniken lernst, ohne dass eine davon wirklich schwierig ist. Du marinierst Fleisch, röstest Nüsse ohne Fett an, lässt eine Sauce einkochen und brätst die Spieße so scharf an, dass durch die Maillard-Reaktion aromatische Röststoffe entstehen. Gleichzeitig übst Du, mehrere Komponenten parallel im Blick zu behalten, denn Sate-Sauce, Reis und Sate-Spieße sollen am Ende gemeinsam auf dem Tisch stehen. Kleine Fehler verzeiht das Rezept dabei gern, weil Du die Sauce jederzeit nachwürzen, verdünnen oder schärfer machen kannst, bis sie Dir wirklich schmeckt. Hobbyköche finden in Sate außerdem eine schöne Spielwiese, um mit dem Zusammenspiel aus süß, salzig, sauer und scharf zu experimentieren und so ihr ganz persönliches Lieblings-Sate zu entwickeln.

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